Schlafstörungen

Schlafstörungen

Schlafstörungen können sich erheblich auf die Leistungsfähigkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Unruhige Nächte müssen jedoch nicht gleich auf eine Schlafstörung hindeuten.

Ein ernstzunehmendes Problem entsteht erst dann, wenn die Schlafdauer zu kurz oder zu lange ausfällt, es zu häufigen Schlafunterbrechungen kommt und der Schlaf keine Erholung bringt. Als chronisch werden Schlafstörungen dann bezeichnet, wenn diese Problematiken in drei Nächten pro Woche und länger als einen Monat andauern.


Auf dieser Seite informieren wir dich über die häufigsten Schlafstörungen und geben dir Tipps, was du dagegen unternehmen kannst. Wenn du das Gefühl hast, unter einer Schlafstörung zu leiden, findest du weiter unten auf der Seite weiterführende Informationen in Bezug auf Therapieverfahren und Kontaktadressen, an die du dich zur weiteren Abklärung wenden kannst.

Hinweis: Die auf dieser Website oder über diese Website bereitgestellten Informationen dienen zu Bildungs- und Informationszwecken und ausschließlich als Hilfsmittel zur Selbsthilfe für den eigenen Gebrauch. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt, bevor Sie Entscheidungen oder Änderungen in Bezug auf Ihren Gesundheitszustand oder Ihre Behandlung treffen.



Insomnie


Die Insomnie zählt zu den am häufigsten diagnostizierten Schlafstörungen und bedeutet wörtlich übersetzt „ohne Schlaf“. Schlafdefizite, die durch Ein- und Durchschlafprobleme entstehen, gehören in diese Kategorie. Mögliche Trigger sind Stress, Alkohol, Medikamente, psychische oder physische Krankheiten, ungeklärte Konflikte und Überforderung. Zu typischen Symptomen gehört Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Tagesschläfrigkeit und Energiemangel. Wichtig bei einer Insomnie ist der richtige Umgang damit. Betroffene verursachen mit vielen negativen Gedanken und Wut über das Nichtschlafen Anspannung und setzen womöglich ein Teufelskreis in Gang. Zur Behandlung einer Insomnie werden Verhaltens-therapeutische Maßnahmen wie z. B. das Festlegen von regelmäßigen Zubettgeh- und Aufstehzeiten eingesetzt.


Atembezogene Schlafstörungen


  • Hypopnoe: Abflachung der Atmung im Schlaf
  • Apnoe: Aussetzer der Atmung


Atmungsstörungen in der Nacht können zu einer gefährlichen Sauerstoff-Unterversorgung führen. Grund für Symptome ist eine Verengung der oberen Atemwege.


Hypersomnie


Extreme Tagesschläfrigkeit und ein erhöhtes Schlafbedürfnis, trotz langem Nachtschlaf, kann auf eine Hypersomnische Störung hinweisen. Betroffene versuchen tagsüber ihre Müdigkeit mit einfachen Bewältigungsstrategien (Mittagsschlaf, Kaffee) in den Griff zu bekommen, ohne sich der Hypersomnie als Krankheit bewusst zu sein. Grund für die anhaltende Müdigkeit sind Störungen des nächtlichen Schlafes. In ausgeprägten Fällen kann es zu einem unkontrollierten Einschlafen kommen, teilweise sogar in Kombination mit plötzlichem Verlust des Muskeltonus. Die Erklärung hierfür liegt bei einer Überaktivität des REM-Schlaf steuernden Systems, welches Bewegungen und Anspannung im Körper unterdrückt.


Zirkadiane Rhythmusstörungen


Sobald sich die eigene innere Uhr von dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus unterscheidet, kann der Körper in eine Zirkadiane Rhythmusstörung verfallen. Ursachen können entweder von innerer Natur sein (Alzheimer, Schlafanfall) oder äußeren Gegebenheiten (Jetlag, Schichtarbeit, unregelmäßige Schlafenszeiten) verschuldet sein. Betroffene haben Schwierigkeiten die Kontrolle über Einschlaf- und Aufwachzeitpunkte zu behalten.


Parasomnien


Zu Parasomnien gehörten alle Probleme die „neben“ dem Schlaf auftreten. Es kann unterschieden werden zwischen REM-Schlaf-Parasomnien und Non-REM-Schlaf-Parasomnien. Zu REM-Schlaf-Parasomnien zählen zum Beispiel Albträume. Betroffenen fehlt während des REM-Schlafes die muskuläre Unterdrückung. Dies führt zum Ausagieren der Trauminhalte, vor allem von intensiven und lebhaften Träumen mit viel körperlicher Aktivität. Non-REM-Schlaf-Parasomnien beschreiben einen „Halbwach Zustand“ in dem Teile des Gehirns noch „schlafen“ und Betroffene nur sehr eingeschränkt ansprechbar sind. (z. B. Schlafwandeln).


Bewegungsstörungen im Schlaf


Bewegungsstörungen im Schlaf äußern sich durch verschiedene einfache unwillkürliche Bewegungen, die meist von Betroffenen selbst nicht wahrgenommen werden. Sie versetzen den Körper wiederholt in einen kurzen Wachzustand. Somit wird die Nacht in kleine Fragmente zerteilt, es kommt teilweise zu stark erhöhten Einschlafzeiten bzw. Wiedereinschlafzeiten.


Schlafstörungen behandeln

Bemerkst du regelmäßig Symptome von Schlafstörungen wie z. B. Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten oder Tagesmüdigkeit? Bekommst du von deinen Mitmenschen ernst gemeinte Ratschläge hinsichtlich deines Schlafverhaltens? Vielleicht hast du sogar selbst schon einmal über eine Behandlung oder das Aufsuchen einer Schlafklinik nachgedacht. Untenstehend informieren wir dich über Diagnostikverfahren und Therapiemöglichkeiten bei Schlafstörungen.

Hinweis: Die auf dieser Website oder über diese Website bereitgestellten Informationen dienen allein dazu, einen Überblick über das Thema Schlafstörungen zu geben. Sie hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist kein Hilfsmittel zur Diagnose und Behandlungen einer Schlafstörung.

  • Wann sollte man ärztliche Hilfe in Betracht ziehen?

    Sollten Schlafschwierigkeiten trotz Bemühungen zur Verbesserung der Schlafhygiene über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen anhalten und deinen Alltag erheblich einschränken, ist eine Abklärung des Schlafverhaltens und der Symptome sinnvoll. Zunächst empfehlen wir einen Besuch beim Hausarzt. Hier können die Symptome ausführlich analysiert werden und bereits erste Fragen beantwortet sowie das weitere Vorgehen besprochen werden. Zudem übernehmen viele Krankenkassen die Kosten einer Behandlung im Schlaflabor ausschließlich bei Vorlage eines Überweisungsscheins. Als Vorbereitung für den Besuch beim Hausarzt ist es hilfreich, das eigene Schlafverhalten der letzten Wochen zu beobachten und Stichpunkte zu notieren. Nutze hierfür z. B. die Vorlage für ein Schlaftagebuch der DGSM. Ein kurzer online Fragebogen der TK steht kostenfrei zur Verfügung und kann helfen, den Schweregrad deiner Schlafstörung zu analysieren. Dieser dient selbstverständlich rein als Orientierung und ist nicht direkt mit einem Arztgespräch vergleichbar.

  • Diagnostikverfahren

    So zahlreich wie die Ursachen und Symptome von Schlafstörungen sein können, sind es auch die Diagnostikverfahren. Je nach Beschwerden stehen unterschiedliche Diagnostikverfahren zur Verfügung wie zum Beispiel:


    Polysomnogramm

    für diese Untersuchung verbringt man eine bzw. mehrere Nächte im medizinischen Schlaflabor. Über verschiedene Geräte werden hierbei Körper- und Augenbewegungen, Gehirnströme, Atmung, Herzfrequenz und Blutsauerstoffgehalt gemessen. 


    Multipler Schlaflatenztest

    Die Besonderheit an diesem Test ist, dass er tagsüber im Laufe mehrerer Nickerchen durchgeführt wird. Dabei wird die Schläfrigkeit eines Patienten erfasst und beobachtet, wie schnell eine Person einschlafen kann. Ein Multipler Schlaflatenztest wird für die Diagnose von Hypersomnien und anderen Erkrankungen mit extremer Schläfrigkeit eingesetzt.


    Wachheitstests

    Genauso wie der Multiple Schlaflatenztest wird der Wachheitstest tagsüber durchgeführt. Allerdings wird hierbei nicht die Schläfrigkeit ermittelt, sondern die Fähigkeit eines Menschen wach zu bleiben. Solch ein Experiment dient häufig dazu festzustellen, ob Medikamente, die gegen eine Schlafstörung mit übermäßigen Schlafverhalten eingesetzt werden, wirkungsvoll sind.


    Diese drei Möglichkeiten sind ausgewählte Diagnostik Beispiele bei Schlafstörungen. Die Entscheidung für oder gegen ein Verfahren sowie die Durchführung sollte durch einen Arzt angeordnet und angeleitet werden.

  • Therapiemöglichkeiten

    Abhängig von Art und Schweregrad einer vorliegenden Schlafstörung, werden unterschiedliche Methoden in der Behandlung eingesetzt. Beispiel hierfür ist eine Lichttherapie, das Ausprobieren von verschiedenen Entspannungsverfahren, Bewegung oder der Einsatz von Medikamenten. 

    Zusätzlich spielt die Verhaltenstherapie eine zentrale Rolle. Mit Hilfe eines Psychologen versucht der/die Patient*in sich für das Thema zu sensibilisieren. Ängste bezüglich des Schlafes, die diesen Menschen wach halten, sollen ausfindig gemacht und durch positives Vehalten ersetzt werden. Ziel ist es, Maßnahmen der Schlafhygiene einzuführen,  um somit langfristig gesunde Schlafgewohnheiten wie zum Beispiel einen gesunden Schlafrhythmus zu etablieren (1).

Beratungsstellen


Solltest du das Gefühl haben Hilfe bezüglich auftretender Schlafprobleme zu benötigen, kannst du dir die folgenden Adressen ansehen und eventuell Kontakt zu einer Beratungsstelle aufnehmen: 

 



  • Quellen

    1. Erlacher, D. Sport und Schlaf. Bern, Schweiz. Springer 2019 
    2. Wohlers, S. et al. Schlaf gut, Deutschland -  TK-Schlafstudie 2017. Hamburg. TK Hausdruckerei 2017 
    3. Müller M. Schlafstörungen aus psychiatrischer Sicht. Innsbruck, Österreich: Springer Nature 2021
    4. AOK. Schlafrhythmus – Tipps für einen gesunden Schlaf. https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/schlaf/schlafrhythmus-tipps-fuer-einen-gesunden-schlaf/ (Zugriff am 04.02.2022)
    5. Sleep.org. Should I Visit a Sleep Clinic?. https://www.sleep.org/sleep-questions/should-i-visit-a-sleep-clinic/ (Zugriff am 02.02.2022)
    6. https://www.schlaf-hno.de/deutsch/schlaflabor/schlaflabor/



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